[카테고리:] Der Roller ist weg

  • 06 Pias Roller ist weg

    Über den Roller zu ihrem Geburtstag hat Pia sich sehr gefreut.
    Rot ist er, mit silbernen Rädern und dicken schwarzen Reifen, und hinten hat er einen Gepäckträger.
    Er ist ein Geburtstagsgeschenk von Oma.
    Schon am Geburtstag ist Pia ganz lange mit dem Roller gefahren, mindestens eine Stunde, und abends hat sie den Roller ganz dicht neben das Bett gerollt, damit sie ihn beim Einschlafen anschauen konnte, und sie hat ganz zufrieden dabei ausgesehen.

    Am nächsten Tag wollte Pia mit dem Roller zum Kindergarten fahren, aber Mama war dagegen, weil es regnete.
    Aber am Nachmittag waren die Regenwolken weg, und Pia konnte Roller fahren – drei Stunden lang, mindestens.
    Sie fuhr bis an den Rand der großen Wiese und bis zum Spielplatz mit dem großen Klettergerüst und bis zum Kiosk, wo es das leckere Eis gab.
    Mama hatte Pia sogar etwas Geld mitgegeben, und nach dem vielen Rollerfahren schmeckte das Eis besonders gut.

    Am nächsten Tag war so viel los, da hat Pia ihren Roller einfach vergessen.
    Er stand in der Garage und wartete, aber Pia kam nicht.
    Dann kam das Wochenende, und die Familie fuhr ans Meer, und Pia wollte ihren Roller mitnehmen, aber der Kofferraum war zu voll.
    Er musste zu Hause bleiben.

    Dann endlich am Montag wollte Pia wieder Roller fahren und lief zur Garage.
    Aber der Roller war weg!
    Einfach verschwunden!
    Hatte sich in Luft aufgelöst!
    “Mama, mein Roller!”, rief Pia verzweifelt.
    Sie suchten im Keller und bei der großen Wiese, suchten in Pias Zimmer und im Garten, aber der Roller war verschwunden.
    Pia war ganz traurig und freute sich gar nicht auf Opa, der am Abend vorbeikommen wollte.
    Wie kann sich ein Mädchen freuen, ganz ohne Roller?
    Pia hockte in ihrem Zimmer und war traurig und böse.
    Jemand hatte ihren Roller geklaut!
    Morgen wollte sie zur Polizei gehen!
    Dann war es Abend, und Opa kam vorbei.
    Aber was war das?
    Er kam nicht wie sonst in seinem kleinen blauen Auto.
    Opa fuhr Roller!
    “Opa, Opa!”, rief Pia.
    “Wo hast denn du meinen Roller her?”
    “Der stand am Freitagabend ganz allein vor euer Haustür!”, erklärte Opa.
    “Da habe ich ihn mit nach Hause genommen!”
    “Toll, Opa!”. rief Pia und strahlte.
    “Du hast meinen Roller gerettet!”

  • 05 Gisela

    Gisela

    Pias Geburtstag fiel dieses Jahr genau in die Karnevalszeit. Das fand Pia toll, denn so konnte sie ein Kostümfest feiern. Sie hatte ihre drei besten        Freundinnen eingeladen; sie sollten um vier Uhr kommen. Pia konnte es kaum noch erwarten; Kakao und Kuchen standen schon bereit. Wie gut, dass sie ihren Cousin Christian nicht eingeladen hatte, dachte Pia. Er hätte bestimmt schon die Hälfte davon verschlungen!

    Schnell rückte sie noch ihre Krone zurecht (sie hatte sich nämlich als Prinzessin verkleidet), da klingelte es auch schon an der Haustür. Ein großer Bär, eine Zigeunerin und eine Indianersquaw standen davor. Hurra, die Gäste! Pia schob die Kassette mit der Karnevalsmusik in den Rekorder, und alle tanzten ausgelassen.

    Da klingelte es schon wieder! Wer konnte das denn sein? Pia öffnete verwundert. Ein kleines Mädchen in Dirndlkleid und Kopftuch stand draußen und grüßte schüchtern. „Erkennst du mich denn gar nicht?”, fragte das Mädchen. „Ich bin doch Gisela, deine Cousine.” Pia war verwirrt, sie hatte doch gar keine Cousine, die Gisela hieß. Aber ihre Freundinnen riefen: „Komm rein, Gisela, mach mit!” Na gut, dann durfte sie eben mitmachen, auch wenn sie nicht eingeladen war.

    Gsela und die anderen Mädchen freundeten sich schnell an. Sie spielten alle zusammen ein Märchen. Ein sehr verrücktes Märchen mit einem Mädchen, das von einer Zigeunerin in eine Prinzessin “verwandelt wurde, und einem großen Bären, der eine verzauberte Indianerin war. Es machte allen großen Spaß, und sie lachten, dass ihnen die Bäuche weh taten. Jetzt erst einmal eine Pause und ran an den Kuchen!

    Da plötzlich begriff Pia, wer Gisela wirklich war. Soviel Kuchen in so kurzer Zeit in sich hineinstopfen, das konnte nur einer! Ihr Cousin Christian! Jetzt erkannte sie auch das Kleid wieder. Das war doch ihr altes Dirndl, aus dem sie schon lange herausgewachsen war. Na, so ein Schlitzohr!

    Sie erzählte den anderen nichts von ihrer Entdeckung. Als das schöne Fest vorbei war, waren alle der Meinung, dass Gisela sehr nett sei. Pias Freundin Nicola lud Gisela sogar zu ihrem Geburtstag eine Woche später ein. Da riss Christian das Kopftuch herunter. ,,ich komme gern,“ rief er, „aber nur in Hosen!“

  • 04 Der Nachtengel

    Wenn die Sonne untergegangen ist und in allen Häusern in Stadt und Land langsam alle Lichter verlöschen, fliegen die Nachtengel aus dem Himmelstor, die den Schlaf der Kinder bewachen.
    Nachtengel sind große und sehr starke Engel, die lange Gewänder aus Dunkelheit tragen, damit nicht jedermann sie einfach sehen kann.
    Darunter verborgen trägt jeder Nachtengel ein Flammenschwert.

    Nachtengel fliegen genau dorthin, wo Kinder Angst haben, weil sie zu viele gruselige Monster im Fernsehen gesehen haben oder weil sie sich finstere Gestalten, Geister und Gespenster vorstellen, die im Schatten ihres Zimmers lauern.
    Ein Nachtengel kann sie alle vertreiben, du musst ihn nur darum bitten.

    Peter zum Beispiel sah gestern Abend einen gefährlichen feuerspeienden Drachen, der im Kamin hockte.
    „Bitte, vertreib ihn!”, sagte er zu seinem Nachtengel.
    Der zückte sein Flammenschwert, und schon flog der Drache vor lauter Angst davon.
    Man weiß ja, was Flammenschwerter aus Drachen machen.

    Paula dachte, hinter ihrem Kleiderschrank säße ein gefährlicher schwarzer Mann.
    „Bitte, vertreib ihn!”, sagte sie zu ihrem Nachtengel, und der zündete einfach eine Laterne an und leuchtete hinter den Schrank, da war der Mann verschwunden.

    Pia sah in der Dunkelheit eine riesige Spinne im Garten.
    „Bitte, vertreib sie! “, sagte sie zu ihrem Nachtengel, und der tat nur einen Flügelschlag mit seinen Engelsflügeln, und da nur noch der Wäscheständer da.
    So wunderbar funktioniert das mit den Nachtengeln.

    Ach ja, auch du hast einen Nachtengel.
    Du kannst ihn vielleicht nicht sehen, aber er ist da, jeden Abend.
    Vielleicht steht er hinter dir oder ist irgendwo hinter einem Möbelstück verborgen.
    Du musst ihn nur rufen und ihm sagen, was er tun soll.
    Er hilft dir wirklich gern.

  • 03 Opas Uhr

    Draußen regnete es. Alle langweilten sich, besonders die Kinder.
    Da fragte Opa:  „Habe ich euch eigentlich schon einmal die Geschichte von meiner Armbanduhr erzählt?”

    „Nein, erzähl mal!” Erwartungsvoll hockten sich die Kinder um Opas Sessel.
    Auch die Erwachsenen waren neugierig.

    Also begann Opa zu erzählen:
    „Tja, damals ist mir einmal etwas ganz Merkwürdiges passiert! Ich arbeitete als Vermessungsingenieur. Ihr wisst es wahrscheinlich, das sind die Männer mit den langen Stangen und den Ferngläsern auf drei Beinen. Wir mussten ein großes, schlammiges Feld vermessen. Eine Straße sollte dort gebaut werden. Es regnete in Strömen, so wie heute, und nach kurzer Zeit waren meine Kollegen und ich über und über mit Schlamm bedeckt. Gegen Mittag begann auch noch mein Magen zu knurren. Ich blickte auf meine neue goldene Armbanduhr, ach, das gute Stück, und rief ,Pause, Essenszeit’. Wir waren alle froh und kehrten in ein Gasthaus ganz in der Nähe ein. Aber so schmutzig, wie wir waren, konnten wir nicht essen. Also gingen wir erst einmal unsere Hände waschen. Der Dreck reichte bis zu den Ellbogen. Damals waren unsere Uhren noch nicht wasserdicht, so wie heute! Ich musste also meine Uhr abstreifen, und dann schrubbte ich mich gründlich. Zurück im Gastraum wurde schon das Essen serviert. Ah, nach so viel Arbeit hatten wir riesengroßen Appetit. Ob die Pause wohl noch für einen Nachtisch reichte? Ich sah auf meine Uhr. Aber o Schreck! Die Uhr war weg!

    Schnell rannte ich zu den Waschbecken und suchte. Nichts, keine Uhr! Ich durchsuchte alle meine Taschen, sah auf dem Boden nach, nichts! Ich ging zurück zu den anderen und fragte sie. Aber keiner hatte meine Uhr gefunden. Auch die Wirtsleute halfen nun beim Suchen, aber vergebens, keine Uhr zu sehen.

    Ich war traurig, denn ich hing sehr an dieser Uhr. Sie war nicht nur golden, ich hatte sie außerdem von meinem ersten selbst verdienten Geld gekauft. Der Nachtisch wurde serviert, frisch gebackene Berliner. Nachdenklich biss ich in einen hinein, und was meint ihr wohl, was darin war?”

    Opa machte eine bedeutungsvolle Pause.

    Alle riefen durcheinander: „Die Uhr, die Uhr, deine Uhr!”

    „Nein”, erwiderte Opa lachend. „Marmelade!” Da hatte er uns aber gut reingelegt!

  • 02 Pia räumt auf

    Pia räumt auf

    Erwachsene haben es leicht. Sie brauchen so gut wie nichts zum Leben. Mama zum Beispiel: Morgens eine Tasse Kaffee, das Strickzeug und hin und wieder ein Stück Torte, wenn Tante Elke zu Besuch kommt. Und Papa: Ein paar Pantoffeln, einen Fernseher und Kartoffelchips. Da macht es keine Mühe, Ordnung zu halten. Deshalb sieht es in ihren Zimmern auch immer so aufgeräumt aus.

    Pia hat es nicht so einfach. Sie braucht tausend Sachen zum Anziehen und tausend Sachen für den Kindergarten und Millionen Dinge zum Spielen. Die vielen Puppen und die Puppenkleider und die tausend Kuscheltiere und die verschiedenen Stifte und Zeichenblöcke und die Plastikdrachen und die Schmuckkiste mit den Kronen, Ringen und Edelsteinen und die Sammlung ganz toller Steine aus dem Garten und die Lampe mit dem kleinen Bären drauf und die vielen alten Kleider aus dem Koffer zum Verkleiden und und und … Wie soll einer bei so vielen Sachen Ordnung halten können? Mama versteht das nicht. Das sieht man daran, dass Mama alle vier Wochen den Aufräumfimmel kriegt.

    Neulich war es wieder so weit: „Pia, ich kann schon gar nicht mehr Staub saugen. Heute räumst du dein Zimmer auf!“

    „Na gut“, sagte Pia nur und begann. Die vielen Puppen und die Puppenkleider in den Bettkasten. Die tausend Kuscheltiere alle zusammen auf die Fensterbank, und den Bettkasten. Die tausend Kuscheltiere alle zusammen auf die Fensterbank, und die paar, die noch übrig blieben, durften in der Lampenschale sitzen. Die Stifte und Zeichenblöcke unters Bett, die Plastikdrachen in den Nachttisch und die Schmuckkiste mit den Kronen, Ringen und Edelsteinen unten in den Kleiderschrank. Die Sammlung ganz toller Steine aus dem Garten – Pia überlegte lange – in den alten Koffer von Oma, in dem sonst die Kleider zum Verkleiden waren. Aber wohin mit den Kleidern?

    „Mutti, ich bin fertig!“, rief Pia. „Das hast du toll gemacht“, lobte Mama. Pias Zimmer sah wirklich ziemlich ordentlich aus. Nur …

    Mama sah Pia an, irgendwie sah ihre Tochter so verändert aus. „Pia, du siehst so seltsam dick aus? Und warum schwitzt du so?“ – Könnt ihr es euch denken? – „Ich wusste einfach nicht mehr, wohin mit den Verkleidungssachen. Da habe ich einfach alle angezogen!“