[카테고리:] Der Roller ist weg

  • 11 Willi geht wandern

    Der Sonntag war unser Wandertag.
    Er begann damint, dass Vati alle Wanderschuhe putzte.
    Wenn er fertig war, ließ Vati die Schuhe auf der Terasse stehen, dann konnte sich jeder von uns sein Paar nehmen.
    Der kleine Dackel Willi scaute ihm dabei zu und wurde immer aufgeregter.

    “Die gehen wandern! Dann nehmen sie mich bestimmt mit!”, dachte er und legte sich auf die sauberen Schuhe.
    So konnten wir ihn wirklich nicht vergessen – ganz schön schlau, unser Willi.

    Waren wir mit dem Auto auf dem Wanderparkplatz angekommen, zappelte Willi schon ungeduldig, und kaum war die Wagentür auf, sprang er heraus und rannte los.
    Wie gut, dass wir die Leine immer gut festhielten.
    Er wäre sonst bestimmt auf die Straße gesaust.

    Im Wald wurde die Leine gelöst.
    Willi flitzte los und bellte dabei wie verrückt.
    Schon bald war er uns weit voraus.
    Manchmal konnten wir ihn gar nicht mehr sehen, aber man hörte ihn ja.
    Kläff, kläff!

    Wenn Willi sich ausgetobt hatte, begann er zu schnüffeln.
    Mit seiner langen, spitzen Nase schnaufte er in Mauselöchter und verfolgte Kaninchenspuren, aber nie erwischte er eines.
    Dazu waren seine Beine wohl zu kurz.

    Wenn wir zu einer Wiese mit Kühen kamen, wurde Willi sehr mutig.
    Er lief unter dem Zaun hindurch und kläffte die Kühe an.
    Die großen Tiere erschranken sehr und setzten sich in Trab.
    Sie rannten direkt auf Willi zu.

    Oje, jetzt war unser kleiner Hund kein Held mehr.
    Er bekam Angst, kniff den Schwanz ein und jagte jaulend zu uns zurück.
    Bis zur nächsten Kuhweide blieb er brav bei uns.
    Aber dann sprang er wieder los und bellte, das machte ihm einfach so viel Spaß!

    War Willi nach ein paar Stunden Wanderung müde, trottete er langsam hinter uns her.
    Wenn wir dann stehen blieben, hielt auch er sofort an und schaute zu uns auf, als ob er der bemitleidenswerteste Hund auf der ganzen Welt sei.
    So erreichen wir den Wanderparkplatz.

    Zu Hause angekommen machten wir alle einen Mittagsschlaf.
    Auch Willi.
    Der war nähmlich noch viel müder als wir alle zusammen.

  • 10 Wie Willi zu seinem Namen kam

    Der kleine Rauhaardackel war noch ein Welpe, als er zu uns kam.
    Wie alle Hundebabys sah er sehr niedlich aus.

    “Wie soll er denn heißen?”, fragte Vati und schaute uns Kinder fragend an.
    Wir hatten eine ganze Menge Vorschläge, aber immer war irgendeiner dagegen.
    Da schlug Mutti vor, wir könnten ihn ja Murkel nennen.
    Den neue Namen hatte sie aus einem Buch.
    Diesmal waren alle einverstanden.
    Der neue Namen passte gut zu unserem kleinen Dackel.
    Denn er machte immer so murkelige Geräusche, wenn er sich in seinem Körbchen zurechtkuschelte.
    Es dauerte immer eine Weile, bis der kleine Dackel endlich lag.
    Erst musste er sich dremal drehen und senen Schwanz in die richtige Stellung bringen.
    Zum Schluss schnaufte er noch einmal tief, und dann schlief er ein.

    Vati erzählte uns, dass Murkel ein reinrassiger Dackel sei.
    Er zeigte uns den Zuchtpass, in dem die Eltern unseres kleinen Hundes eingetragen waren.

    “Guck mal, er heißt ja in Wirklichkeit Quax von der Wacholderheide”, rief Michael.
    “Warum haben wir ihn denn nicht Quax genannt?”
    Mutti erwiderte: “Quax, Quax! Das kann ich doch nicht rufen. Ich quake doch nicht wie ein Frosch hinter ihm her!”

    Nein, da klang Murkel doch viel besser.
    Unser kleiner Hund hörte auch bald auf seinen neuen Namen.
    Wenn er hören wollte!
    Als der kleine Dackel heranwuchs, wurde er immer eigensinniger und ungehorsamer.
    Da konnten wir “Murkel, komm her!” rufen, so viel wir wollen.
    Wenn Murkel etwas zum Schnüffeln gefunden hatte, war er plötzlich schwerhörig.

    Einmal waren wir alle zusammen in der Stadt.
    Murkel ging an der Leine, doch an jeder Ecke blieb er stehen, um zu schnüffeln.
    Keiner konnte ihn wegziehen.
    Obwohl das Halsband ihm schon die Gurgel zuschnürte, ließ er nicht locker.
    Mutti rief immer wieder: “Nun komm schon, Murkel! Murkel!!!”
    Doch irgendwann verlor sie die Geduld.
    Sie brüllte ganz laut “Du blöder Willi!”
    Und siehe da, unser Dackel kam angelaufen und war den Rest des Tages lieb und folgsam.

    Wir haben sehr gelacht und ihn dann nur noch Willi genannt.
    Auf diesen Namen hörte unser Dackel von diesem Tag an – na ja, wenn er hören wollte!

  • 09 Wenn Schafe nicht schlafen können

    Wenn wir Menschen nicht schlafen können, zählen wir manchmal Schäfchen.
    Wir stellen uns einen Zaun oder einen Graben vor, über den Schafe springen, und zählen sie dann.
    Eins, zwei, drei, fünfundfünfzig, siebenhundertdreizehn, eintausendsechshundertelf, bis wir … chrrr chrrr … ihr wisst schon.

    Schafe machen es genau umgekehrt.
    Wenn schafe nicht schlafen können, zähnen sie Menschen.
    Sie stellen sich einfach einen kleine grünen Zaun vor, über den viele kleine Menschen springen müssen.

    Zuerst kommen junge, sportliche Menschen, für die es nur ein Klacks ist, über den niedrigen Bretterzaun zu hopsen.
    Hui, blitzschnell sind fünf, zehn, zwanzig, hundert hinübergehoppelt.

    Dann kommt ein kleiner Dicker, der bleibt am obersten Brett hängen und purzelt zurück.
    Das sieht lustig aus.
    So, jetzt hat es der kleine Dicke auch geschafft.

    Nun kommt ein langer dünner, ungeschickter Mensch.
    Der nimmt umständlich Anlauf und – istschon fast über den Zaun – da bleibt er mit der Zehenspiltze hängen!
    So ein Pech!
    Er legt sich der Länge nach hin!
    Ein Glück, dass hinter dem Zaun weiches Gras ist!

    Schläft unser Schaf schon?
    Nein, heute will es so schnell nicht klappen.
    Es macht weiter mit dem Menschenzählen.
    Jetzt springen gut trainierte Feuerwehrleute und flinke Politessen über den Zaun. reihundertdreizehn, vierhundertsechsundzwanzig. Hurra, das Schaf gähnt schon!

    Jetzt stellt es sich einen gangen Turnverein in gestreiften Turnanzügen vor, und alle Männer haben lange Zwirbelschnurrbärte.
    Sie nehmen Anlauf – und plötzlich ist der Zaun weg!
    Jetzt stellt sich das Schaf nämlich einen breiten, tiefen Wassergraben vor und wie gemein! der ist viel zu breit für die Turner!
    Einer nach dem anderen purzelt hinein, das macht platsch und platsch und plitsch und platsch udn … chrrr … chrrr … jetzt ist das Schaf eingeschlafen …
    Gute Nacht!

  • 08 Tischmanieren

    Pia und Oma waren allein zu Hause.
    Oma schaute Pia verschmitzt an.
    “Heute spielen wir Restaurant! Was hältst du davon?”
    “Wie spielt man das denn?”, fragte Pia neugierig.
    “Oh, das ist gar nicht schwer!”, sagte Oma,
    “mach einfach mit.”

    Sie zogen sich feine Sachen an.
    Pia bekam Omas Bluse aus Glitzerstoff und eine Perlenkette um den Hals.
    Das waren Omas Theatersachen.
    Oma trug das schöne rote Kleid und eine silberne Brosche.
    “So jetzt sind wir feine Leute und gehen ins Restaurant.”

    Oma deckte einen festlichen Tisch mit ganz viel Besteck, Servietten und Gläsern.
    “Was wünscht die Dame als Vorspeise?”, wurde Pia gefragt.
    “Was nehme ich denn, eine Suppe?”
    Pia flüsterte vorsichtig.
    Ui, war das feierlich!
    Oma antwortete: “Der Küchenchef empfiehlt heute Nudelsuppe, anschließend vielleicht Würstchen mit Ketchup. Als Nachspeise kann ich Ihnen Schokoladeneis empfehlen.”
    Pia nickte heftig.
    “Das klingt gut, das esse ich alles sehr gern!”
    Oma zwinkerte ihr zu und ging in die Küche.
    Man hörte es scheppern und klappern.
    Dann kam sie mit zwei Schalen Nudelsuppe wieder.
    Sie stelle sie auf den Tisch wie ein richtiger Kellner und setzte sich auf ihren Platz.
    “Schau, der große Löffel da oben ist für die Suppe”, sagte sie und begann zu essen.
    Pia machte es ihr einfach nach.

    Die Würstchen waren schon schwieriger.
    Pia mühte sich mit Messer und Gabel, und bald hatte sie es raus.
    “Ich sehe, den Herrschaften hat es geschmeckt!”, sagte der Kellner und räumte die Teller ab.
    Pia nickte: “Klaro!”
    “Danke, sehr gut!”, wiederholte Oma in vornehmen Worten.

    Das Schokoladeneis wurde in Schalen auf seltsamen Tellern serviert.
    Pia wollte gerade rufen: “Das sind ja die alten Blumenuntersetzer!”, da unterbrach Oma sie schnell.
    “Hier kommt das gewünschte Dessert.”
    Lecker, das Eis war mit Waffeln und bunten Schokoperlen verziert.
    Es sah aus wie eine Eismaus.
    Dazu mussten sie die kleinen Löffel nehmen, das einzige Besteck, das noch übrig geblieben war.
    Als sie fertig waren, sagte Pia: “Das hat Spaß gemacht.”
    Oma lächelte und sagte: “Wollen wir nächste Woche einmal in ein richtiges Restaurant gehen?”

  • 07 Pia holt Brötchen

    Erwachsene sind ziemlich faul.
    Besonders morgens, findet Pia.
    Wenn sie sich da ihre Eltern anschaut!
    Kaum wachzukriegen, Ringe unter den Augen, und ständig gähnen sie.
    Erst wenn sie Kaffe getrunken und mindestens drei meterlange Artikel in der Zeitung gelesen haben, kann man sie ansprechen.
    Und etwas essen müssen sie, bevor der Tag überhaupt kosgehen kann, sonst machen sie nichts als Ärger.
    “Mama, lies mir mal das Buch hier vor!”,
    sagt Pia dann zum Beispiel ganz freundlich, und Mama sagt nur:
    “Jetzt nicht, Kind, doch nicht auf nüchternen Magen!”

    Kinder sind ganz anders.
    Die sind morgens topfit.
    Das geht flups! raus aus den Federn und rein ins Vergnügen!
    Und weil das so ist, holt Pia morgens Brötchen.
    Jeden Tag… na ja, fast jeden Tag.
    Nicht, wenn es regnet, und auch nicht, wenn sie verschlafen hat.
    Auch nicht, wenn sie gerade etwas ganz Wichtiges spielt.
    Aber sonst immer.
    Dann klemmt sie den Einkaufskorb hinten auf den Roller, lässt sich von Mama Geld geben uns saust los, immer auf dem Bürgersteig bis zur Bäckerei Dreikötter.

    Unterwegs hält sie fast gar nicht an.
    Nur wenn einmal ein ganz toller Stein am Straßenrand liegt oder ein besonders schöner Schmetterling auf einer Blüte sitzt.
    Oder wenn sie Herrn Maisenbacher mit seinem Dackel Poldi trifft.
    Poldi kann so lieb mit dem Schwanz wedeln und spielt immer Stöckchenholen mit Pia.
    Wenn sie damit fertig sind, saust Pia sofort weiter.
    Vor der Bäckerei stellt sie den Roller in den Fahrradständer und geht hinein.
    “Vier Brötchen, bitte”,
    sagt sie, aber merkwürdig!
    Die nette Bäckersfau gibt ihr immer noch ein Rosinenweckchen umsonst dazu.
    Das isst Pia auf, und schon saust sie nach Hause zurück.
    Schließlich wartet die Familie ja auf die Brötchen.
    Die fallen ihr unterwegs nur ganz selten aus dem Korb, und wenn doch, dann macht das ja nichts, weil sie in einer Tüte sind.
    Nur einmal, da sind sie in eine Pfütze gerollt.

    Schwups!
    Schon ist Pia mit den Brötchen zurück!
    Papa freut sich über die Brötchen und Mama darüber, dass Pia gesund zurück ist, und jetzt frühstücken alle.
    Nur Pia nicht, die ist schon satt von dem Rosinenweckchen.