[카테고리:] Der kleine Prinz

  • Der Kleine Prinz – 12

    Den nächsten Planeten bewohnte ein Säufer. Dieser Besuch war sehr kurz, aber er tauchte den kleinen Prinzen in eine tiefe Schwermut.
    »Was machst du da?« fragte er den Säufer, den er stumm vor einer Reihe leerer und einer Reihe voller Flaschen sitzend antraf.
    »Ich trinke«, antwortete der Säufer mit düsterer Miene.
    »Warum trinkst du?« fragte ihn der kleine Prinz.
    »Um zu vergessen«, antwortete der Säufer.
    »Um was zu vergessen?« erkundigte sich der kleine Prinz, der ihn schon bedauerte.
    »Um zu vergessen, dass ich mich schäme«, gestand der Säufer und senkte den Kopf.
    »Weshalb schämst du dich?« fragte der kleine Prinz, der den Wunsch hatte, ihm zu helfen.
    »Weil ich saufe!« endete der Säufer und verschloss sich endgültig in sein Schweigen.
    Und der kleine Prinz verschwand bestürzt.
    Die großen Leute sind entschieden sehr, sehr wunderlich, sagte er sich auf seiner Reise.

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  • Der Kleine Prinz – 11

    Der zweite Planet war von einem Eitlen bewohnt.
    »Ah, ah, schau, schau, ein Bewunderer kommt zu Besuch!« rief der Eitle von weitem, sobald er des kleinen Prinzen ansichtig wurde. Denn für die Eitlen sind die anderen Leute Bewunderer.
    »Guten Tag«, sagte der kleine Prinz. »Sie haben einen spaßigen Hut auf.«
    »Der ist zum Grüßen«, antwortete ihm der Eitle. »Er ist zum Grüßen, wenn man mir zujauchzt. Unglücklicherweise kommt hier niemand vorbei.«
    »Ach ja?« sagte der kleine Prinz, der nichts davon begriff.
    »Schlag deine Hände zusammen«, empfahl ihm der Eitle.
    Der kleine Prinz schlug seine Hände gegeneinander. Der Eitle grüßte bescheiden, indem er seinen Hut lüftete.
    Das ist unterhaltender als der Besuch beim König, sagte sich der kleine Prinz.
    Und er begann von neuem die Hände zusammenzuschlagen.
    Der Eitle wieder fuhr fort, seinen Hut grüßend zu lüften.
    Nach fünf Minuten wurde der kleine Prinz der Eintönigkeit dieses Spiels überdrüssig.
    »Und was muss man tun«, fragte er, »damit der Hut herunterfällt?«
    Aber der Eitle hörte ihn nicht. Die Eitlen hören immer nur die Lobreden.
    »Bewunderst du mich wirklich sehr?« fragte er den kleinen Prinzen.
    »Was heißt ›bewundern‹?«
    »Bewundern heißt erkennen, dass ich der schönste, der bestangezogene, der reichste und der intelligenteste Mensch des Planeten bin.«
    »Aber du bist doch allein auf deinem Planeten!«
    »Mach mir die Freude, bewundere mich trotzdem!«
    »Ich bewundere dich«, sagte der kleine Prinz, indem er ein bisschen die Schultern hob, »aber wozu nimmst du das wichtig?«
    Und der kleine Prinz machte sich davon.
    Die großen Leute sind entschieden sehr verwunderlich, stellte er auf seiner Reise fest.

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  • Der Kleine Prinz – 10

    Er befand sich in der Region der Asteroiden 325, 326, 327, 328, 329 und 330. Er begann also, sie zu besuchen, um sich zu beschäftigen und um sich zu bilden.
    Auf dem ersten wohnte ein König.
    Der König thronte in Purpur und Hermelin auf einem sehr einfachen und dabei sehr königlichen Thron.
    »Ah! Sieh da, ein Untertan«, rief der König, als er den kleinen Prinzen sah.
    Und der kleine Prinz fragte sich: Wie kann er mich kennen, da er mich noch nie gesehen hat?
    Er wusste nicht, dass für die Könige die Welt etwas höchst Einfaches ist: Alle Menschen sind Untertanen.
    »Komm näher, dass ich dich besser sehe«, sagte der König und war ganz stolz, dass er endlich für jemanden König war.
    Der kleine Prinz schaute sich nach einer Sitzgelegenheit um, aber der ganze Planet war bedeckt von dem herrlichen Hermelinmantel.
    Er blieb also stehen, und da er müde war, gähnte er.
    »Es verstößt gegen die Etikette, in Gegenwart eines Königs zu gähnen«, sagte der Monarch. »Ich verbiete es dir.«
    »Ich kann es nicht unterdrücken«, antwortete der kleine Prinz ganz verwirrt. »Ich habe eine weite Reise gemacht und habe nicht geschlafen …«
    »Dann«, sagte der König, »befehle ich dir zu gähnen. Ich habe seit Jahren niemanden gähnen sehen, das Gähnen ist für mich eine Seltenheit. Los! gähne noch einmal! Es ist ein Befehl.«
    »Das ängstigt mich, ich kann nicht mehr …«, stammelte der kleine Prinz und errötete.
    »Hm, hm!« antwortete der König. »Also dann … befehle ich dir, bald zu gähnen und bald … «
    Er murmelte ein bisschen und schien verärgert. Denn der König hielt in hohem Maße darauf, dass man seine Autorität respektiere. Er duldete keinen Ungehorsam. Er war ein absoluter Monarch. Aber da er sehr gütig war, gab er vernünftige Befehle. »Wenn ich geböte«, pflegte er zu sagen, »wenn ich einem General geböte, sich in einen Seevogel zu verwandeln, und wenn dieser General nicht gehorchte, es wäre nicht die Schuld des Generals. Es wäre meine Schuld.«
    »Darf ich mich setzen?« fragte schüchtern der kleine Prinz.
    »Ich befehle dir, dich zu setzen«, antwortete der König und zog einen Zipfel seines Hermelinmantels majestätisch an sich heran.
    Aber der kleine Prinz staunte. Der Planet war winzig klein. Worüber konnte der König wohl herrschen?
    »Herr …«, sagte er zu ihm, »ich bitte, verzeiht mir, dass ich Euch frage …«
    »Ich befehle dir, mich zu fragen«, beeilte sich der König zu sagen.
    »Herr … worüber herrscht Ihr?«
    »Über alles«, antwortete der König mit großer Einfachheit.
    »Über alles?«
    Der König wies mit einer bedeutsamen Gebärde auf seinen Planeten, auf die anderen Planeten und auf die Sterne.
    »Über all das?«, sagte der kleine Prinz.
    »Über all das …«, antwortete der König.
    Denn er war nicht nur ein absoluter Monarch, sondern ein universeller.
    »Und die Sterne gehorchen Euch?«
    »Gewiss«, sagte der König. »Sie gehorchen aufs Wort. Ich dulde keinen Ungehorsam.«
    Solche Macht verwunderte den kleinen Prinzen sehr. Wenn er sie selbst gehabt hätte, wäre es ihm möglich gewesen, nicht dreiundvierzig, sondern zweiundsiebzig oder sogar hundert oder selbst zweihundert Sonnenuntergängen an ein und demselben Tage beizuwohnen, ohne dass er seinen Sessel hätte rücken müssen. Und da er sich in der Erinnerung an seinen kleinen verlassenen Planeten ein bisschen traurig fühlte, fasste sich der kleine Prinz ein Herz und bat den König um eine Gnade:
    »Ich möchte einen Sonnenuntergang sehen … Machen Sie mir die Freude… Befehlen Sie der Sonne, unterzugehen…«
    »Wenn ich einem General geböte, nach der Art der Schmetterlinge von einer Blume zur andern zu fliegen oder eine Tragödie zu schreiben oder sich in einen Seevogel zu verwandeln, und wenn dieser General den erhaltenen Befehl nicht ausführte, wer wäre im Unrecht, er oder ich?«
    »Sie wären es«, sagte der kleine Prinz überzeugt.
    »Richtig. Man muss von jedem fordern, was er leisten kann«, antwortete der König. »Die Autorität beruht vor allem auf der Vernunft. Wenn du deinem Volke befiehlst zu marschieren und sich ins Meer zu stürzen, wird es revoltieren. Ich habe das Recht, Gehorsam zu fordern, weil meine Befehle vernünftig sind.«
    »Was ist also mit meinem Sonnenuntergang?« erinnerte der kleine Prinz, der niemals eine Frage vergaß, wenn er sie einmal gestellt hatte.
    »Deinen Sonnenuntergang wirst du haben. Ich werde ihn befehlen. Aber in meiner Herrscherweisheit werde ich warten, bis die Bedingungen dafür günstig sind.«
    »Wann wird das sein?« erkundigte sich der kleine Prinz.
    »Hm, hm!« antwortete der König, der zunächst einen großen Kalender studierte, »hm, hm! das wird sein gegen … gegen … das wird heute abend gegen sieben Uhr vierzig sein! Und du wirst sehen, wie man mir gehorcht.«
    Der kleine Prinz gähnte. Es tat ihm leid um den versäumten Sonnenuntergang. Er langweilte sich schon ein bisschen.
    »Ich habe hier nichts mehr zu tun«, sagte er zum König. »Ich werde wieder abreisen!«
    »Reise nicht ab«, antwortete der König, der so stolz war, einen Untertanen zu haben, »ich mache dich zum Minister!«
    »Zu was für einem Minister?«
    »Zum … zum Justizminister!«
    »Aber es ist niemand da, über den man richten könnte!«
    »Das weiß man nicht«, sagte der König. »Ich habe die Runde um mein Königreich noch nicht gemacht. Ich bin sehr alt, ich habe keinen Platz für einen Wagen, und das Gehen macht mich müde.«
    »Oh! Aber ich habe schon gesehen«, sagte der kleine Prinz, der sich bückte, um einen Blick auf die andere Seite des Planeten zu werfen, »es ist auch dort drüben niemand…«
    »Du wirst also über dich selbst richten«, antwortete ihm der König. »Das ist das Schwerste. Es ist viel schwerer, sich selbst zu verurteilen, als über andere zu richten. Wenn es dir gelingt, über dich selbst gut zu Gericht zu sitzen, dann bist du ein wirklicher Weiser.«
    »Ich«, sagte der kleine Prinz, »ich kann über mich richten, wo immer ich bin. Dazu brauche ich nicht hier zu wohnen.«
    »Hm, hm!«, sagte der König, »ich glaube, dass es auf meinem Planeten irgendwo eine alte Ratte gibt. Ich höre sie in der Nacht. Du könntest Richter über diese alte Ratte sein. Du wirst sie von Zeit zu Zeit zum Tode verurteilen. So wird ihr Leben von deiner Rechtsprechung abhängen. Aber du wirst sie jedes Mal begnadigen, um sie aufzusparen. Es gibt nur eine.«
    »Ich liebe es nicht, zum Tode zu verurteilen«, antwortete der kleine Prinz, »und ich glaube wohl, dass ich jetzt gehe.«
    »Nein«, sagte der König.
    Aber der kleine Prinz, der seine Vorbereitungen bereits getroffen hatte, wollte dem alten Monarchen nicht weh tun:
    »Wenn Eure Majestät Wert auf pünktlichen Gehorsam legen, könnten Sie mir einen vernünftigen Befehl erteilen. Sie könnten mir zum Beispiel befehlen, innerhalb einer Minute zu verschwinden. Es scheint mir, dass die Umstände günstig sind …«
    Da der König nichts erwiderte, zögerte der kleine Prinz zuerst, dann brach er mit einem Seufzer auf.
    »Ich mache dich zu meinem Gesandten«, beeilte sich der König, ihm nachzurufen.
    Er gab sich den Anschein großer Autorität.
    Die großen Leute sind sehr sonderbar, sagte sich der kleine Prinz auf seiner Reise.

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  • Der Kleine Prinz – 09

    Ich glaube, dass er zu seiner flucht einen Zug wilder Vögel benutzt hat. Am Morgen seiner Abreise brachte er seinen Planeten schön in Ordnung. Sorgfältig fegte er seine tätigen Vulkane. Er besaß zwei tätige Vulkane, das war sehr praktisch zum Frühstückkochen. Er besaß auch einen erloschenen Vulkan. Da er sich aber sagte: Man kann nie wissen!, fegte er auch den erloschenen Vulkan. Wenn sie gut gefegt werden, brennen die Vulkane sanft und regelmäßig, ohne Ausbruche. Die Ausbrüche der Vulkane sind nichts weiter als Kaminbrände. es ist klar: Wir auf unserer Erde sind viel zu klein, um unsere Vulkane zu kehren. Deshalb machen sie uns so viel Verdruss.
    Der kleine Prinz riss auch ein bisschen schwermütig die letzten Triebe des Affenbrotbaumes aus. Er glaubte nicht, dass er jemals zurückkehren würde. Aber alle diese vertrauten Arbeiten erschienen ihm an diesem Morgen ungemein süß. Und als er die Blume zum letzten Mal  begoss und sich anschickte, sie unter den Schutz der Glasglocke zu stellen, entdeckte er in sich das Bedürfnis zu weinen.
    »Adieu«, sagte er zur Blume.
    Aber sie antwortete ihm nicht.
    »Adieu«, wiederholte er.
    Die Blume hustete. Aber das kam nicht von der Erkältung.
    »Ich bin dumm gewesen«, sagte sie endlich zu ihm.
    »Ich bitte dich um Verzeihung. Versuche, glücklich zu sein.«
    Es überraschte ihn, dass die Vorwürfe ausblieben. Er stand ganz fassungslos da, mit der Glasglocke in der Hand. Er verstand diese stillte Sanftmut nicht.
    »Aber ja, ich liebe dich«, sagte die Blume. »Du hast nichts davon gewusst. Das ist meine Schuld. Es ist ganz unwichtig. Aber du warst ebenso dumm wie ich. Versuche, glücklich zu sein… Lass diese Glasglocke liegen! Ich will sie nicht mehr…«
    »Aber der Wind…«
    »Ich bin nicht so stark erkältet, dass… Die frische Nachtluft wird mir gut tun. Ich bin eine Blume.«
    »Aber die Tiere…«
    »Ich muss wohl zwei oder drei Raupen aushalten, wenn ich die Schmetterlinge kennen lernen will. Auch das scheint sehr schön zu sein. Wer wird mich sonst besuchen? Du wirst ja weit weg sein. Was aber die großen Tiere angeht, so fürchte ich mich nicht. Ich habe meine Krallen.«
    Und sie zeigte treuherzig ihre vier Dornen. Dann fügte sie noch hinzu:
    »Zieh es nicht so in die Länge, das ist ärgerlich. du hast dich entschlossen zu reisen. So geh!«
    Denn sie wollte nicht, dass er sie weinen sähe. Es war eine so stolze Blume.

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  • Der Kleine Prinz – 08

    Bald sollte ich jene Blume besser kennen lernen. Es hatte auf dem Planeten des kleinen Prinzen immer schon Blumen gegeben, sehr einfache, aus einem einzigen Kranz von Blütenblättern geformt; sie spielten keine große Rolle und störten niemanden. Sie leuchteten eines Morgens im Grase auf und erloschen am Abend. Aber jene eine hatte eines Tages Wurzel geschlagen, aus einem Samen, weiß Gott woher, und der kleine Prinz hatte diesen Spross, der den anderen Sprösslingen nicht glich, sehr genau überwacht. Das konnte eine neue Art Affenbrotbaum sein. Aber der Strauch hörte bald auf zu wachsen und begann, eine Blüte anzusetzen. Der kleine Prinz, der der Entwicklung einer riesigen Knospe beiwohnte, fühlte wohl, es müsse eine wunderbare Erscheinung aus ihr hervorgehen, aber die Blume wurde nicht fertig damit, sich in ihrer grünen Kammer auf ihre Schönheit vorzubereiten. Sie wählte ihre Farben mit Sorgfalt, sie zog sich langsam an, sie ordnete ihre Blütenblätter eins nach dem andern. Sie wollte nicht wie die Mohnblüten ganz zerknittert herauskommen. Sie wollte nicht früher erscheinen als im vollen Ornat ihrer Schönheit. Nun ja! sie wollte gefallen. Ihre geheimnisvolle Toilette hatte also Tage und Tage gedauert. Und dann, eines Morgens, gerade zur Stunde des Sonnenaufganges, hatte sie sich enthüllt.
    Und sie, die mit solcher Genauigkeit gearbeitet hatte, sagte gähnend:
    »Ach! ich bin kaum aufgewacht… Ich bitte um Verzeihung… Ich bin noch ganz zerrauft…«
    Da konnte der kleine Prinz seine Bewunderung nicht mehr verhalten.
    »Wie schön Sie sind!«
    »Nicht wahr?« antwortete sanft die Blume. »Und ich bin zugleich mit der Sonne geboren…«
    Der kleine Prinz erriet wohl, dass sie nicht allzu bescheiden war, aber sie war so rührend!
    »Ich glaube, es ist Zeit zum Frühstücken«, hatte sie bald hinzugefügt, »hätten Sie die Güte, an mich zu denken?«
    Und völlig verwirrt hatte der kleine Prinz eine Gießkanne mit frischem Wasser geholt und die Blume begossen.
    So hatte sie ihn sehr bald schon mit ihrer etwas scheuen Eitelkeit gequält. Eines Tages zum Beispiel, als sie von ihren vier Dornen sprach, hatte sie zum kleinen Prinzen gesagt:
    »Sie sollen nur kommen, die Tiger, mit ihren Krallen!«
    »Es gibt keine Tiger auf meinem Planeten«, hatte der kleine Prinz eingewendet, »und die Tiger fressen auch kein Gras.«
    »Ich bin kein Gras«, hatte die Blume sanft geantwortet.
    »Verzeihen Sie mir…«
    »Ich fürchte mich nicht vor den Tigern, aber mir graut vor der Zugluft. Hätten Sie keinen Wandschirm?«
    Grauen vor Zugluft?… Das sind schlechte Aussichten für eine Pflanze, hatte der kleine Prinz festgestellt. Diese Blume ist recht schwierig…
    »Am Abend werden Sie mich unter einen Glassturz stellen. Es ist sehr kalt bei Ihnen. Das ist schlecht eingerichtet. Da, wo ich herkomme…«
    Aber sie hatte sich unterbrochen. Sie war in Form eines Samenkorns gekommen. Sie hatte nichts von den anderen Welten wissen können. Beschämt, sich bei einer so einfältigen Lüge ertappen zu lassen, hatte sie zwei- oder dreimal gehustet, um den kleinen Prinzen ins Unrecht zu setzen:
    »Der Wandschirm…?«
    »Ich wollte ihn gerade holen, aber Sie sprachen mit mir!«
    Dann hatte sie sich neuerlich zu ihrem Husten gezwungen, um ihm trotzdem Gewissensbisse aufzunötigen.
    So hatte der kleine Prinz trotz des guten Willens seiner Liebe rasch an ihr zu zweifeln begonnen, ihre belanglosen Worte bitter ernst genommen und war sehr unglücklich geworden.
    »Ich hätte nicht auf sie hören sollen«, gestand er mir eines Tages. »Man darf den Blumen nicht zuhören, man muss sie anschauen und einatmen. Die meine erfüllte den Planeten mit Duft, aber ich konnte seiner nicht froh werden. Diese Geschichte mit den Krallen, die mich so gereizt hat, hätte mich rühren sollen.«
    Er vertraute mir noch an:
    »Ich habe das damals nicht verstehen können! Ich hätte sie nach ihrem Tun und nicht nach ihren Worten beurteilen sollen. Sie duftete und glühte für mich. Ich hätte niemals fliehen sollen! Ich hätte hinter all den armseligen Schlichen ihre Zärtlichkeit erraten sollen. Die Blumen sind so widerspruchsvoll! Aber ich war zu jung, um sie lieben zu können.«

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